Medizinisches Cannabis Schweiz — Rezepte & Wachstum

Anzahl medizinischer Cannabis-Rezepte pro Jahr seit Aufhebung der BAG-Ausnahmebewilligung (August 2022).

Kennzahlen

  • Rezepte 2026 (Schätzung): ≈ 12'500
  • Jährliches Wachstum: +30 %
  • Hauptindikationen: Chronische Schmerzen, MS, Schlaf

Kernaussagen

  • Seit dem Wegfall der BAG-Ausnahmebewilligung im August 2022 haben sich die Rezeptzahlen von rund 5'500 auf etwa 12'500 (2026) mehr als verdoppelt.
  • Chronische Schmerzen machen 42 % der Verschreibungen aus, Multiple Sklerose 18 %, Schlafstörungen 12 %.
  • Das jährliche Wachstum liegt konstant bei rund 30 % — deutlich über dem CBD-Markt.

Einordnung

Die Gesetzesänderung von 2022 hat den administrativen Flaschenhals beseitigt, nicht aber den finanziellen: Die Kostenübernahme durch die Grundversicherung bleibt eine Einzelfallprüfung nach Art. 71a–d KVV, weshalb ein grosser Teil der Patientinnen und Patienten selbst zahlt. Das erklärt, warum die Kurve steil, aber nicht explosiv verläuft. Der hohe Schmerz-Anteil zeigt zudem, dass medizinisches Cannabis in der Schweiz primär als Add-on-Therapie nach ausgeschöpfter Standardmedikation eingesetzt wird — nicht als First-Line-Behandlung.

Limitationen

  • Rezeptzahlen sind Verschreibungen, nicht behandelte Personen — Mehrfachrezepte pro Patient sind enthalten.
  • Indikationsanteile stammen aus Ärztebefragungen (SGCM) mit begrenzter Stichprobe.
  • Der Wert für 2026 ist eine Hochrechnung auf Basis der ersten Jahreshälfte.

Daten

IndikationAnteil
Chronische Schmerzen42
Multiple Sklerose (MS)18
Schlafstörungen12
Onkologie10
Angst / PTBS8
Andere10

Methodik

Kombination aus Swissmedic-Rezeptmeldungen, BAG-Bewilligungen (bis 07/2022) und SGCM-Erhebungen bei behandelnden Ärzten. Wachstumsraten geglättet.

Quellen

Weiterführende Daten & Artikel

Übergeordnet

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