Cannabis Glossar — Begriffe von A–Z

Das kompakte Nachschlagewerk zu Cannabis-Fachbegriffen — für Neulinge und Fortgeschrittene, mit Schweizer Kontext.

Das Cannabis-Lexikon definiert über 200 Begriffe von A wie 'Absorption' bis Z wie 'Zerstäuber' — mit botanischem, pharmakologischem, kulturellem und rechtlichem Fokus. Jeder Eintrag verlinkt tiefere Artikel und typische Fehldeutungen im Alltag.

Definition und Einordnung

Das Lexikon erklärt die Fachbegriffe des Schweizer Cannabismarkts — von COA über Decarboxylierung und Chemovar bis Trichom — in je zwei bis drei Sätzen.

Situation in der Schweiz

Viele Begriffe stammen aus dem englischsprachigen Markt und werden im Schweizer Handel unpräzise verwendet. Das Lexikon ordnet sie ein und verweist jeweils auf die zuständige Rechtsgrundlage, wo eine solche existiert.

Was das praktisch bedeutet

Wer die drei Begriffe COA, Gesamt-THC und Chemovar sicher versteht, kann jedes Angebot im Schweizer Markt beurteilen — unabhängig davon, wie es beworben wird.

Häufige Fragen

Was ist ein COA?

Ein Certificate of Analysis: der Laborbericht zu einer konkreten Charge mit Cannabinoidprofil, Prüflabor und Prüfdatum.

Was bedeutet Chemovar?

Die Einteilung nach tatsächlichem Wirkstoffprofil statt nach Handelsname — aussagekräftiger als Indica oder Sativa.

Was heisst decarboxyliert?

Durch Erhitzen wurden die sauren Vorstufen THCA und CBDA in ihre aktiven Formen THC und CBD umgewandelt.

Hintergrund und Entwicklung

Die Schweizer Cannabisregulierung hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. Lange prägte das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) ein striktes Verbot, doch mit der Festlegung des THC-Grenzwerts auf unter 1,0 Prozent im Jahr 2011 entstand ein liberaler CBD-Markt. Seit dem 1. August 2022 ist zudem medizinisches Cannabis mit höherem THC-Gehalt per normalem ärztlichem Rezept erhältlich, ohne dass eine Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) nötig ist. Swissmedic überwacht hierbei die Arzneimittelsicherheit. Parallel dazu läuft die wissenschaftliche Erforschung des regulierten Freizeitkonsums. Das BAG hat wegweisende Pilotstudien in Schweizer Städten wie Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf bewilligt. Diese Projekte testen die kontrollierte Abgabe von THC-reichem Cannabis im legalen Rahmen. Ziel ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für eine zukünftige, gesundheitsfördernde Gesetzgebung zu schaffen, die den Jugendschutz und die Produktqualität ins Zentrum stellt und den Schwarzmarkt effektiv zurückdrängt.

Abgrenzung und Missverständnisse

Im Schweizer Alltag führt die Abgrenzung zwischen legalem CBD-Hanf und illegalem THC-Cannabis oft zu Missverständnissen. Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass jeglicher Besitz von THC-Cannabis straffrei sei. Richtig ist: Der Besitz von bis zu 10 Gramm Cannabis für den Eigenkonsum gilt nicht als Straftat, kann jedoch mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken belegt werden, wobei die Handhabung je nach Kanton variieren kann. Ein weiterer fataler Trugschluss betrifft die Teilnahme am Strassenverkehr. Viele nehmen an, dass für legalen CBD-Konsum kein Grenzwert gilt. Tatsächlich liegt der gesetzliche Grenzwert im Blut für THC bei strengen 1,5 Mikrogramm pro Liter. Da auch CBD-Produkte bis zu 1,0 Prozent THC enthalten dürfen, kann regelmässiger Konsum diesen Wert rasch überschreiten und zum Führerausweisentzug führen. Schliesslich unterscheidet das Gesetz strikt zwischen dem privaten Eigenkonsum und dem Verkauf: Die Abgabe an Minderjährige oder der Handel bleiben unter dem BetmG strengstens strafbar.

Entscheidungshilfe für die Schweiz

Für mündige Erwachsene in der Schweiz steht die Produktsicherheit an erster Stelle. Beim Kauf von Cannabisprodukten sollten Sie stets das Analysezertifikat (COA) einsehen. Ein seriöser Anbieter stellt dieses Dokument transparent zur Verfügung. Überprüfen Sie dort den Gesamt-THC-Gehalt: Für frei verkäufliche Produkte muss dieser zwingend unter 1,0 Prozent liegen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Achten Sie zudem auf das Chemovar-Profil, das Aufschluss über das Terpen- und Cannabinoidspektrum gibt. Meiden Sie Angebote auf dem illegalen Schwarzmarkt sowie Produkte, die ohne unabhängige Laboranalyse verkauft werden, da diese oft verunreinigt sind oder falsche Deklarationen aufweisen. Auch von unrealistischen Heilungsversprechen ist Abstand zu nehmen. Die Mitgliedschaft in unserem Club steht allen Erwachsenen ab 18 Jahren offen und bietet eine sichere, transparente Möglichkeit, sich im Schweizer regulatorischen Rahmen mit hochwertigen und geprüften Produkten zu versorgen, ohne rechtliche Risiken einzugehen oder unkontrollierten Quellen vertrauen zu müssen.

Welche THC-Grenzwerte gelten im Schweizer Strassenverkehr?

Im Schweizer Strassenverkehr gilt eine strenge Nulltoleranz für THC. Der gesetzliche Grenzwert im Blut liegt bei lediglich 1,5 Mikrogramm THC pro Liter. Da dieser sehr tiefe Wert bereits durch den regelmässigen Konsum von legalem CBD-Hanf mit einem zulässigen THC-Anteil von unter 1,0 Prozent überschritten werden kann, ist grosse Vorsicht geboten. Wer fährt, sollte auf den Konsum verzichten, um den Führerausweis nicht zu riskieren.

Ist der Besitz von Cannabis in der Schweiz strafbar?

Der Besitz von bis zu 10 Gramm Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 1,0 Prozent für den persönlichen Eigenkonsum ist straffrei. Allerdings kann das Mitführen im öffentlichen Raum mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken geahndet werden. Vollkommen legal ist hingegen der Besitz und Konsum von CBD-Produkten, deren Gesamt-THC-Wert unter der gesetzlichen Grenze von 1,0 Prozent liegt, da diese nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstehen.

Passende Vertiefungen

Diese Ratgeber helfen dir, die Hintergründe zu verstehen und praktische Fragen für die Schweiz einzuordnen.

Zahlen & Fakten

  • 220’000+ — Erwachsene in der Schweiz konsumieren regelmässig Cannabis (BAG · Suchtmonitoring 2024)
  • 36% — der 15–34-Jährigen haben Cannabis bereits probiert (EMCDDA · Country Report Switzerland 2024)
  • CHF 582M — geschätzter jährlicher CH-Cannabis-Schwarzmarkt-Umsatz (Uni Genf · Cannabis Market Estimate 2023)
  • 7 — Städte mit aktiven oder bewilligten Pilotprojekten (BAG · Cannabis Pilotversuche 2026)

Aktuelle Forschung

  • Cannabis-Konsum in der Schweiz — Suchtmonitoring 2024 — Sucht Schweiz, BAG · 2024
  • European Drug Report — Cannabis Chapter — EMCDDA, EUDA · 2024
  • WHO Expert Committee on Drug Dependence — Cannabis Review — WHO ECDD, WHO · 2023