Cannabis-Pilotprojekte Schweiz — Übersicht aller Studien 2026
Seit 2022 laufen in sieben Schweizer Städten wissenschaftliche Pilotversuche mit regulierter Cannabis-Abgabe. Wer teilnehmen darf, was es kostet, welche ersten Ergebnisse vorliegen — der vollständige Überblick.
Rechtsgrundlage: Art. 8a BetmG (seit Mai 2021, befristet bis 2031). Sieben Projekte: Züri Can (Zürich, 2'100 Teilnehmende, Sozialkonto), SCRIPT (Bern, ~1'000, Apotheken), Weed Care (Basel, ~370, Apotheken), Cann-L (Lausanne, in Startphase), Genf (Vorbereitung), Luzern & Winterthur (Vorbereitung). Zugang: Erwachsene, Wohnsitz in Projektstadt, bereits Konsumierende, medizinisches Screening. Preise auf Schwarzmarkt-Niveau (~10 CHF/g), Qualität kontrolliert. Erste Ergebnisse: keine Zunahme des Konsums, Verlagerung vom Schwarzmarkt, deutlich weniger synthetische Beimischungen.
Warum Pilotprojekte? Die Rechtsgrundlage
Mit dem revidierten Art. 8a BetmG (in Kraft seit 15. Mai 2021) hat das Parlament die Grundlage für zeitlich befristete wissenschaftliche Pilotversuche geschaffen. Ziel: eine solide Datengrundlage darüber, wie ein regulierter Cannabis-Markt in der Schweiz aussehen könnte.
Alle Projekte müssen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligt werden, sind wissenschaftlich begleitet (Universitäten Bern, Zürich, Genf, Basel) und dürfen maximal 5 Jahre laufen — verlängerbar bis maximal 2031.
Die 7 Städte — Status per Juli 2026
Zürich (Züri Can): Start Sept. 2023, 2'100 Teilnehmende, Abgabe via Social Clubs, Apotheken und Drogeriekonto. Details im Deep-Dive Züri Can.
Bern (SCRIPT): Start Sept. 2023, ~1'000 Teilnehmende, Abgabe via 14 Apotheken. Details im Deep-Dive SCRIPT.
Wer darf teilnehmen?
Voraussetzungen (überall ähnlich): mindestens 18 Jahre, Wohnsitz in der Projektstadt seit mindestens 3–6 Monaten, bereits regelmässige Cannabis-Konsumierende (nicht Neueinsteiger), medizinisch abgeklärt (kein akutes Psychose-Risiko), Einwilligung zur Studienteilnahme mit wissenschaftlichen Befragungen.
Ausgeschlossen: Schwangere, Personen unter 18, Autofahrende in sicherheitsrelevanten Berufen, Personen mit dokumentierten psychiatrischen Diagnosen.
Preise, Produkte, Mengen
Alle Projekte verkaufen zu «schwarzmarkt-nahen» Preisen (~10 CHF/g für Standard-Blüten). Ziel: keine Preiskonkurrenz zum Schwarzmarkt, aber auch keine Verlockung durch Dumping.
Produktspektrum: getrocknete Blüten (verschiedene Sorten, meist Bio-CH), Haschisch. Vapes und Edibles nur teilweise. Mengen: monatliches Maximum meist bei 10 g (Basel) bis 25 g (Zürich), je nach Konsummuster.
FAQ
Was ist ein Cannabis-Pilotprojekt in der Schweiz?
Ein wissenschaftlich begleiteter Versuch nach Art. 8a BetmG, der reguliertem THC-Cannabis-Verkauf an erwachsene Konsumierende erlaubt — zeitlich befristet bis maximal 2031.
In welchen Städten laufen aktuell Pilotprojekte?
Zürich, Bern, Basel, Lausanne (Start 2025), Genf (Start 2025), Luzern & Winterthur (Start 2026).
Kann jeder Erwachsene teilnehmen?
Nein. Voraussetzungen: 18+, Wohnsitz in Projektstadt seit 3–6 Monaten, bereits Konsumierende, medizinisch abgeklärt.
Was kostet das Cannabis in den Pilotprojekten?
~10 CHF/g für Standard-Blüten. Bewusst auf Schwarzmarkt-Niveau, damit keine Verlockung durch Dumping entsteht.
Bleibt das Cannabis geheim vor dem Arbeitgeber?
Ja. Die Teilnahme ist vertraulich. Bei sicherheitsrelevanten Berufen (Verkehr, Baugewerbe) muss aber selbst mitgedacht werden.
Wann kommen die Ergebnisse?
Zwischenberichte laufend (2024/2025). Endbewertung frühestens 2028 — fliesst in die BetmG-Reform ein.