Northern Lights: Der vollständige Guide
Northern Lights ist die Indica, an der alle anderen Indicas gemessen werden. Entstanden Ende der 1970er-Jahre in der Nähe von Seattle, in den 1980er-Jahren von Neville Schoenmakers nach Amsterdam gebracht und in den frühen 1990ern dreimal in Folge Cannabis-Cup-Sieger — sie ist die genetische Basis für unzählige moderne Hybriden und bleibt der Referenz-Strain für Schlaf, Schmerzlinderung und tiefe körperliche Entspannung.
Northern Lights ist eine fast reine Indica (≈95 %) mit 16–21 % THC und einem Myrcen-dominanten Terpenprofil. Genetik: Afghani Indica × Thai Sativa Landrasse, in mehreren Phänotypen stabilisiert (NL#1–NL#11, kommerziell verbreitet: NL#5). Wirkung: starker Body-Stone, ausgeprägt sedierend, Schmerzlinderung und Schlaf-Induktion. Eltern-Strain hunderter Folge-Hybriden (Shiva Skunk, Super Silver Haze, Northern Lights Haze). In der Schweiz nur als CBD-Phänotyp im freien Handel; THC-Version über ärztliche Verschreibung.
Inhalt dieser Seite
Geschichte & Herkunft · Genetik & Phänotypen · THC- und Cannabinoid-Profil · Terpene & Aroma · Wirkung & Erlebnis · Medizinische Anwendung · Anbau-Merkmale · Die NL-Familie · Vergleich zu ähnlichen Strains · Northern Lights in der Schweiz · FAQ.
Geschichte: von Seattle nach Amsterdam
Die ursprüngliche Northern-Lights-Linie entstand Ende der 1970er-Jahre auf einer Insel nahe Seattle, Washington. Ein Züchter, dessen Name in der Cannabis-Folklore meist nur als «The Indian» überliefert ist, kreuzte über mehrere Generationen elf Indica-Phänotypen aus afghanischer Landrasse-Genetik und stabilisierte sie als NL#1 bis NL#11.
Anfang der 1980er-Jahre gelangten die Klone in die Hände von Neville Schoenmakers, dem Gründer des legendären «The Seed Bank of Holland» (später Sensi Seeds). Schoenmakers brachte die Genetik nach Amsterdam und kreuzte NL#5 mit einer Thai-Sativa-Landrasse, um Blütezeit und Stabilität zu verbessern. Diese Kombination wurde zur kommerziell verbreiteten «Northern Lights», wie sie heute weltweit bekannt ist.
Genetik & Phänotypen
Offizielle Genetik: Afghani Indica × Thai Sativa Landrasse. Der Indica-Anteil liegt bei ≈95 %, womit Northern Lights zu den indica-lastigsten kommerziell verbreiteten Strains zählt. Die afghanische Komponente liefert kompakten Wuchs, schnelle Blüte und schweres Harz; die Thai-Genetik bringt etwas Stabilität und einen Hauch Klarheit ins ansonsten dichte Indica-Profil.
Von den elf ursprünglichen Phänotypen sind in der modernen Genetik vor allem NL#1, NL#2 und NL#5 erhalten. NL#5 gilt als der kommerziell wertvollste Cut — sie ist die Mutter fast aller modernen «Northern Lights»-Versionen und Eltern-Strain von Sensi-Seeds-Klassikern wie Shiva Skunk (NL#5 × Skunk #1) und Northern Lights Haze (NL#5 × Haze).
THC, CBD und Cannabinoid-Profil
Durchschnittlicher THC-Gehalt: 16–21 %. Damit liegt Northern Lights nach modernen Massstäben im moderaten bis mittleren Bereich — deutlich unter Hochpotenz-Hybriden wie Gorilla Glue #4 oder Girl Scout Cookies. Der CBD-Anteil liegt typischerweise unter 0,2 %.
Sekundäre Cannabinoide: CBN (0,3–0,8 %, höher als bei vielen anderen Strains), CBG (0,2–0,5 %), Spuren CBC. Der relativ hohe CBN-Anteil — ein Abbauprodukt von THC — erklärt die ausgeprägte sedierende Wirkung mit, besonders bei reif geernteten oder leicht gealterten Blüten.
FAQ
Ist Northern Lights Indica oder Sativa?
Fast reine Indica (≈95 %). Northern Lights gilt als Referenz-Strain für klassisches Indica-Verhalten: kompakter Wuchs, kurze Blüte, körperbetonter Stone.
Wie hoch ist der THC-Gehalt?
Typischerweise 16–21 %. Damit liegt NL nach modernen Massstäben im moderaten Bereich — deutlich unter Hochpotenz-Hybriden wie GG4 oder GSC, aber mit ausgeprägter sedierender Wirkung dank Myrcen und CBN.
Warum ist NL so beliebt für Schlafprobleme?
Die Kombination aus moderatem THC, hohem Myrcen-Gehalt und relativ viel CBN ergibt ein vorhersehbares, stark sedierendes Profil. In dispensary-Statistiken zählt NL regelmässig zu den Top-3-Strains bei Insomnie.
Welche Phänotypen gibt es?
Original elf Phänotypen (NL#1–NL#11). Heute dominiert NL#5 in der kommerziellen Genetik — sie ist die Basis fast aller modernen NL-Versionen und vieler Folge-Hybriden.
Welches Terpen dominiert?
Myrcen (0,8–1,2 % der Trockenmasse), gefolgt von Pinen, Caryophyllen und Limonen. Daraus folgt das süss-erdig-kiefrige Aroma und die starke sedierende Wirkung.
Wie lange wirkt Northern Lights?
Inhaliert: Wirkungsbeginn nach 5–10 min, Spitze nach 30–45 min, Hauptwirkung 2–4 Stunden, Nachklang weitere 1–2 Stunden. Eine der längsten Nachwirkungen unter den klassischen Indicas.
Wofür wird NL medizinisch eingesetzt?
Häufig bei Schlafstörungen, chronischen Schmerzen, Muskelspastik (MS), Restless-Legs-Syndrom und schwerem Stress. Wegen des moderaten THC besonders für ältere und neue Patienten geeignet.
Ist Northern Lights in der Schweiz legal?
Die psychoaktive THC-Version (> 1 % THC) nur über ärztliche Verschreibung. CBD-dominante NL-Cuts unter 1 % THC sind im freien Handel verfügbar.