Cannabis-Statistiken Schweiz: Zahlen richtig einordnen

Wie verbreitet ist Cannabis-Konsum in der Schweiz? Die hier verwendeten offiziellen Ergebnisse stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022. Der Prüfstand 2026 ist kein neues Erhebungsjahr. Wir zeigen, was diese Zahlen aussagen und wo ihre Grenzen liegen.

Erhebung 2022: das Wichtigste

  • 2022 berichteten 7,6 % der 15- bis 64-Jährigen Cannabis-Konsum in den letzten zwölf Monaten.
  • 4,0 % berichteten Konsum in den letzten 30 Tagen. Das ist eine andere Messgrösse als täglicher Konsum.
  • Die Ergebnisse gelten für die untersuchte Wohnbevölkerung in Privathaushalten. Sie sind keine Zählung aller Konsumierenden.
  • Aus diesen Anteilen lässt sich weder ein CBD-Marktumsatz noch eine kantonale Rangliste ableiten.

So liest du Schweizer Cannabis-Statistiken

Eine brauchbare Statistik nennt mindestens Quelle, Erhebungsjahr, Bezugsgruppe und Messgrösse. Auf dieser Seite ordnen wir die offiziellen Konsumzahlen ein. Sie ist kein Marktbericht und keine vollständige Sammlung aller Cannabis-Kennzahlen.

Die Veröffentlichung oder Aktualisierung einer Webseite kann Jahre nach der Befragung liegen. Wenn wir diese Übersicht 2026 prüfen, werden die Daten von 2022 dadurch nicht zu Daten von 2026. Beim Zitieren gehören beide Angaben auseinandergehalten.

Die offiziellen Ergebnisse für 2022

MonAM, das Monitoring-System des Bundesamts für Gesundheit und des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums, veröffentlicht die Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. In der Altersgruppe 15–64 lag die Zwölfmonatsprävalenz 2022 bei 7,6 % und die 30-Tage-Prävalenz bei 4,0 %.

Bei Männern lagen die entsprechenden Werte bei 9,8 % und 5,5 %, bei Frauen bei 5,4 % und 2,5 %. Die Reihenfolge ist wichtig: Der erste Wert bezieht sich jeweils auf zwölf Monate, der zweite auf 30 Tage. Die Prozentwerte beschreiben Anteile innerhalb der jeweiligen Gruppe, nicht die Zusammensetzung aller Konsumierenden.

Was Prävalenz tatsächlich bedeutet

Prävalenz bezeichnet hier den Anteil einer definierten Bevölkerungsgruppe, der im angegebenen Zeitraum Cannabis-Konsum berichtet. Zwölf Monate und 30 Tage beantworten unterschiedliche Fragen. Dieselbe Person kann in beiden Kennzahlen enthalten sein; die Werte dürfen deshalb nicht addiert werden.

Ein Konsumereignis reicht für die Zuordnung zum jeweiligen Zeitraum aus. Die 30-Tage-Prävalenz bedeutet weder täglichen Konsum noch eine diagnostizierte Abhängigkeit. Auch die konsumierte Menge lässt sich daraus nicht bestimmen.

Warum diese Seite keine Kantonsrangliste enthält

Die landesweiten Kennzahlen liefern keine belastbare Rangfolge der Kantone. Dafür wären vergleichbare kantonale Auswertungen mit ausreichenden Stichproben und Angaben zur Unsicherheit nötig. Kleine Unterschiede zwischen Schätzungen können durch die Stichprobe entstehen.

Auch die Zahl der Teilnehmenden eines Pilotversuchs ist keine Konsumprävalenz eines Kantons. Die Teilnahme hängt unter anderem von den Aufnahmekriterien des jeweiligen Projekts ab. Sie bildet nicht automatisch die gesamte Wohnbevölkerung ab.

Aktualität und Grenzen der Befragung

Die Gesundheitsbefragung wird im Fünfjahresrhythmus durchgeführt. MonAM bezeichnet die Konsumanteile seit 2017 als stabil; daraus folgt keine gesicherte Aussage über den Stand im Jahr 2026. Eine zeitliche Entwicklung ist ausserdem kein Beleg für eine Wirkung einzelner politischer Massnahmen.

Die Angaben beruhen auf Selbstauskünften. Nichtteilnahme und die Bereitschaft, über Konsum zu sprechen, können Ergebnisse beeinflussen. Der Indikator liefert keine separate Zahl der CBD-Nutzenden und keine Umsatzschätzung. Für solche Fragen braucht es eine andere, ausdrücklich passende Datengrundlage.

Welche Daten für andere Fragen nötig sind

Konsum, medizinische Behandlung, Sicherstellungen, Pilotversuche und Umsätze sind unterschiedliche Themen. Eine Polizeistatistik beschreibt registrierte Vorgänge, eine Befragung berichtetes Verhalten und ein Projektbericht eine bestimmte Teilnehmendengruppe. Diese Werte lassen sich nicht zu einer gemeinsamen Nutzerzahl zusammenrechnen.

Auch die Multiplikation eines Konsumanteils mit einem angenommenen Preis ergibt keinen belegten Marktumsatz. Eine solche Schätzung bräuchte unter anderem Mengen, Häufigkeit, Preisdefinitionen und nachvollziehbare Annahmen. Wo diese Grundlagen fehlen, veröffentlichen wir keine scheinbar präzise Zahl.

Datengrundlagen

Häufige Fragen zur Datengrundlage

Sind das Konsumzahlen aus dem Jahr 2026?
Nein. Die aufgeführten Ergebnisse stammen aus der Befragung 2022. Das Prüfdatum dieser Seite ist der 3. Oktober 2026.
Wie viele Menschen konsumierten im letzten Monat Cannabis?
2022 berichteten 4,0 % der befragten Altersgruppe 15–64 Konsum in den letzten 30 Tagen. Wir geben diesen Anteil an und rechnen ihn hier nicht in eine scheinbar exakte Personenzahl um.
Bedeutet 7,6 % regelmässigen Konsum?
Nein. 7,6 % bezieht sich auf mindestens einen berichteten Konsum im Zeitraum der letzten zwölf Monate. Daraus folgt keine bestimmte Häufigkeit.
Kann ich daraus Zahlen zum CBD-Markt ableiten?
Nein. Dieser Indikator ist keine separate Erhebung der CBD-Nutzung und enthält keine Angaben zum Marktumsatz.