Cannabis Rezept in der Schweiz — der vollständige Guide 2026
Seit August 2022 ist medizinisches Cannabis in der Schweiz auf normalem Betäubungsmittelrezept verschreibbar — ohne Sonderbewilligung des BAG. Wir zeigen dir Voraussetzungen, Indikationen, Kosten und wie du dir bei uns für 50 CHF eine Konsultation buchst.
Jede Schweizer Ärztin und jeder Schweizer Arzt darf seit dem 1. August 2022 Cannabis-Präparate (Blüten, Tinkturen, Dronabinol, Sativex) auf einem normalen Betäubungsmittelrezept verschreiben. Eine BAG-Ausnahmebewilligung ist nicht mehr nötig. Bezogen wird das Cannabis in einer ausgewählten Apotheke. Kosten: 10–15 CHF/g — Krankenkassen übernehmen nur in Ausnahmefällen. CannabisClub-Mitglieder erhalten Konsultation und Rezept für pauschal 50 CHF statt rund 190 CHF auf dem freien Markt.
Was sich seit 2022 geändert hat
Vor August 2022 brauchte jede Cannabis-Verschreibung eine individuelle Ausnahmebewilligung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das war langsam, bürokratisch und für viele Ärztinnen und Ärzte abschreckend — entsprechend tief war die Zahl der Patienten.
Mit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG, Art. 8a) am 1. August 2022 fiel diese Hürde. Cannabis-Medikamente sind seitdem ganz normale Betäubungsmittel — verschreibbar von jeder approbierten Ärztin und jedem approbierten Arzt in der Schweiz, auf einem amtlichen Betäubungsmittelrezept.
Für welche Indikationen wird Cannabis verschrieben?
Medizinisch belegt und in der Schweiz typisch verschrieben: chronische Schmerzen (besonders neuropathische), Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit und Appetitlosigkeit (Chemotherapie, HIV), schwere Schlafstörungen, Therapieresistente Epilepsieformen, palliative Begleittherapie.
Off-label nutzen Ärztinnen Cannabis zunehmend auch bei ADHS, Endometriose, Migräne, Tourette und ausgewählten psychiatrischen Indikationen — wenn Standardtherapien ausgeschöpft sind und die Risiken vertretbar.
Welche Cannabis-Präparate gibt es auf Rezept?
Cannabisblüten (THC-haltig) — getrocknet, kontrollierte Genetik, Vaporisator empfohlen. Typische Sorten: Bedrocan, Bedrobinol, Bediol.
Cannabis-Vollextrakte und -Tinkturen — sublingual dosierbar, gleichmässig titrierbar. In Apotheken oft als magistrale Zubereitung.
Wie viel kostet Cannabis auf Rezept?
Cannabisblüten in der Apotheke: 10–15 CHF pro Gramm. Tinkturen und Vollextrakte: je nach Konzentration 80–250 CHF pro Packung. Dronabinol: rund 100 CHF pro 30 ml.
Die Apotheke selbst kauft die Blüten für rund 3.50 CHF/g im Grosshandel — der Rest ist Marge, Lagerung, regulatorischer Aufwand und Beratung. Wer eine grosse Tagesdosis braucht, kommt schnell auf 500–1'500 CHF pro Monat.
FAQ
Brauche ich für ein Cannabis-Rezept noch eine BAG-Bewilligung?
Nein. Seit dem 1. August 2022 reicht ein normales Betäubungsmittelrezept einer Schweizer Ärztin oder eines Schweizer Arztes. Die individuelle Ausnahmebewilligung beim Bundesamt für Gesundheit ist entfallen.
Welcher Arzt darf in der Schweiz Cannabis verschreiben?
Jede approbierte Ärztin und jeder approbierte Arzt mit eidgenössischem Diplom darf medizinisches Cannabis verschreiben. In der Praxis tun es vor allem spezialisierte Hausärztinnen, Schmerztherapeuten, Neurologinnen und Cannabis-Sprechstunden.
Wie viel kostet 1 g medizinisches Cannabis in der Apotheke?
Cannabisblüten in der Schweizer Apotheke kosten typischerweise 10–15 CHF pro Gramm. Tinkturen und Dronabinol werden pro Packung berechnet — eine Monatsdosis kostet je nach Indikation 200–1'500 CHF.
Was kostet die Konsultation bei einem Cannabis-Arzt?
Auf dem freien Markt rund 190 CHF für ein etwa 15-minütiges Erstgespräch (Videocall). CannabisClub-Mitglieder mit Schweizer Wohnsitz zahlen pauschal 50 CHF für Erstkonsultation und Rezept.
Übernimmt die Krankenkasse medizinisches Cannabis?
Aus der Grundversicherung nur bei wenigen zugelassenen Präparaten (z.B. Sativex® bei MS, Epidyolex® bei seltenen Epilepsien). Häufiger läuft es über die Zusatzversicherung mit Kostengutsprache — die Erstattung ist nie garantiert.
Bei welchen Krankheiten wird Cannabis in der Schweiz verschrieben?
Hauptindikationen: chronische und neuropathische Schmerzen, Spastik (MS), Übelkeit und Appetitlosigkeit unter Chemo, schwere Schlafstörungen, therapieresistente Epilepsien, palliative Situationen. Off-label zunehmend bei ADHS, Migräne, Endometriose und Tourette.
Welche Präparate gibt es auf Cannabis-Rezept?
Cannabisblüten (z.B. Bedrocan, Bediol), Vollextrakte und Tinkturen, Dronabinol (synthetisches THC), Sativex® Mundspray und CBD-Präparate wie Epidyolex®. Die Wahl hängt von Indikation, Dosierbarkeit und Versicherungsstatus ab.
Darf ich mit einem Schweizer Cannabis-Rezept ins Ausland reisen?
Innerhalb des Schengenraums kannst du mit einer Schengen-Bescheinigung (Art. 75) reisen — gültig für maximal 30 Tage. Ausserhalb Europas gelten lokale Gesetze, die teils sehr restriktiv sind. Vorher beim Reiseland abklären.
Darf ich mit einem Cannabis-Rezept Auto fahren?
Nicht automatisch. Wer am Steuer THC im Blut hat, riskiert auch mit Rezept ein Strassenverkehrsverfahren. Rezeptpflichtige Cannabis-Patienten brauchen in der Regel eine ärztliche Fahrtauglichkeitsbeurteilung und müssen Polizei und Strassenverkehrsamt im Ereignisfall korrekt aufklären können.
Wie lange dauert es, bis ich nach der Konsultation mein Cannabis habe?
Wenn die Apotheke die Sorte vorrätig hat: 1–3 Tage. Bei Sonderbestellungen oder magistralen Zubereitungen 1–2 Wochen. Bei der ersten Verschreibung lohnt es sich, vor dem Termin eine cannabisführende Apotheke in deiner Nähe zu identifizieren.
Bekomme ich Cannabis auf Rezept auch ohne dokumentierte Vortherapien?
Seriöse Ärztinnen verschreiben Cannabis nicht als Erstlinientherapie. Erwartet werden eine sinnvolle Diagnose, frühere Therapieversuche, Befunde und ein nachvollziehbarer Grund, warum Cannabis indiziert ist.
Wie hoch sind typische Dosierungen?
Sehr individuell. THC-Blüten starten oft bei 0.1–0.3 g/Tag und werden langsam titriert. Dronabinol typischerweise 2.5–10 mg pro Einzeldosis, mehrmals täglich. Die richtige Dosis ist immer die niedrigste, die wirkt.
Was passiert mit dem Cannabis-Rezept bei einem Drogentest am Arbeitsplatz?
Ein gültiges Rezept schützt dich rechtlich, aber nicht automatisch arbeitsrechtlich — vor allem bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten (Fahrzeugführung, Maschinen). Klär das Thema frühzeitig mit Arbeitsmedizin oder HR.
Kann ich von CBD-Präparaten auf THC-Cannabis wechseln?
Ja, wenn eine Indikation vorliegt und die behandelnde Ärztin oder der Arzt es medizinisch sinnvoll findet. CBD und THC haben unterschiedliche Wirkprofile — ein Wechsel ist kein Upgrade, sondern eine medizinische Entscheidung.
Wie werde ich CannabisClub-Mitglied und nutze die 50-CHF-Konsultation?
Registrierung dauert zwei Minuten. Nach Verifizierung kannst du dein medizinisches Onboarding starten und einen Termin mit einer Partnerärztin oder einem Partnerarzt buchen. Konsultation und Folgerezepte laufen ausschliesslich digital.