Cannabis legal Schweiz — der vollständige Rechts-Guide 2026
In der Schweiz gilt seit Jahren die 1 %-THC-Grenze: alles darunter ist legal, alles darüber fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BetmG). Dazu kommen Ordnungsbusse, medizinisches Cannabis auf Rezept und laufende Pilotprojekte in sieben Städten.
CBD-Produkte mit unter 1 % Gesamt-THC sind legal (Kauf, Besitz, Konsum ab 18). Freizeit-Cannabis (>1 % THC) ist illegal — bis 10 g gibt es aber nur eine Ordnungsbusse von 100 CHF ohne Eintrag. Medizinisches Cannabis ist seit August 2022 rezeptpflichtig legal. In Zürich, Bern, Basel, Lausanne, Genf, Luzern und Winterthur laufen wissenschaftliche Pilotprojekte für regulierten Cannabis-Verkauf. Eine Revision des BetmG in Richtung regulierter Markt wird ab 2026 im Parlament diskutiert.
Die 1 %-THC-Grenze — Kern des Schweizer Modells
Die Schweiz hat mit 1 % Gesamt-THC die liberalste Grenze Europas (EU: 0,2–0,3 %). Grundlage ist die Betäubungsmittelverzeichnisverordnung (BetmVV-EDI), Anhang 6: Hanfprodukte werden nur dann als «Betäubungsmittel» eingestuft, wenn ihr Gesamt-THC-Gehalt 1,0 % erreicht oder übersteigt.
Praktisch heisst das: CBD-Blüten, -Öle, -Extrakte, -Vapes und -Kosmetik dürfen in der Schweiz legal produziert, verkauft, gekauft, besessen und konsumiert werden — solange die 1 %-Grenze eingehalten wird. Verkauf nur an Erwachsene ab 18.
Freizeit-Cannabis über 1 % THC — was passiert wirklich
Cannabis mit mehr als 1 % THC gilt in der Schweiz als Betäubungsmittel. Anbau, Handel, Import, Export und Vermittlung sind strafbar (Art. 19 BetmG). Für den privaten Konsum gilt jedoch die Ordnungsbussenregelung.
Wer bei einer Kontrolle mit bis zu 10 g Cannabis (Marihuana oder Haschisch) angetroffen wird, erhält eine Ordnungsbusse von 100 CHF — ohne Eintrag ins Strafregister, ohne Verfahren. Ab 10 g oder bei Handel wird ein Strafverfahren eingeleitet.
Medizinisches Cannabis — seit 2022 rezeptpflichtig
Seit dem 1. August 2022 dürfen Schweizer Ärztinnen und Ärzte medizinisches Cannabis ohne Sonderbewilligung des BAG verschreiben. Voraussetzung: eine Erkrankung, bei der andere Therapien nicht wirken oder nicht vertragen werden (chronische Schmerzen, Spastik bei MS, Chemo-Übelkeit, Appetitverlust bei HIV, therapieresistente Epilepsie).
Erhältlich sind Cannabisblüten, Cannabisextrakte und synthetische Cannabinoide (Dronabinol, Sativex) über Apotheken. Preise: 10–15 CHF/g Blüten, deutlich teurer als CBD. Krankenkasse übernimmt nur in Einzelfällen — meistens Selbstzahler oder Zusatzversicherung.
Pilotprojekte — der regulierte Cannabis-Versuch
Seit 2021 erlaubt das Bundesgesetz über die wissenschaftlichen Pilotversuche mit Cannabis (Art. 8a BetmG) zeitlich befristete Studien mit regulierter Abgabe an Erwachsene. Ziel: Datengrundlage für eine mögliche Reform.
Sieben Städte haben Projekte gestartet oder in Vorbereitung: Zürich (Züri Can), Bern (SCRIPT), Basel (Weed Care), Lausanne (Cann-L), Genf, Luzern und Winterthur. Insgesamt sollen mehrere tausend Konsumierende teilnehmen. Der Verkauf erfolgt über Apotheken, Social Clubs oder ausgewählte Verkaufsstellen — Preise auf Schwarzmarkt-Niveau, Qualität geprüft.
FAQ
Ist Cannabis in der Schweiz legal?
CBD-Cannabis (<1 % THC) ist legal. Freizeit-THC (>1 %) ist illegal, aber bis 10 g nur Ordnungsbusse 100 CHF. Medizinisches Cannabis ist auf Rezept legal.
Wie viel Gramm Cannabis darf ich in der Schweiz besitzen?
0 g legal für Freizeit-THC. Bis 10 g gibt es nur eine Ordnungsbusse (100 CHF, kein Eintrag). Ab 10 g oder bei Handel: Strafverfahren.
Warum ist CBD in der Schweiz legal?
Weil die 1 %-THC-Grenze im Schweizer BetmG liberaler ist als in der EU (0,2–0,3 %). CBD-Blüten mit z. B. 0,8 % THC gelten damit rechtlich nicht als Betäubungsmittel.
Kann ich in der Schweiz Cannabis anbauen?
CBD-Hanf unter 1 % THC: ja, mit Meldung/Bewilligung je nach Kanton. THC-Hanf: nein, ausser als medizinischer Selbstversorger mit Bewilligung Swissmedic (sehr selten).
Wann kommt die Legalisierung in der Schweiz?
Frühestens 2028. Pilotprojekte laufen bis dahin, Bundesrat prüft Regulierung, Parlament hat entsprechende Motion angenommen.