Was sind die Cannabis-Pilotprojekte in der Schweiz?
Die Cannabis-Pilotprojekte sind vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligte, wissenschaftlich begleitete Versuche zur regulierten Abgabe von THC-Cannabis an Erwachsene. Sie laufen u.a. in Zürich (Züri Can), Basel (Weed Care), Bern (SCRIPT), Lausanne (Cann-L) und dauern bis zu 5 Jahre.
Kernfakten
- Rechtsgrundlage: BetmG Art. 8a (seit Mai 2021)
- Nur für Erwachsene mit Wohnsitz in der jeweiligen Stadt
- Laufzeit bis zu 5 Jahre pro Projekt
- Aktive Projekte: Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Winterthur/Baden
- Datengrundlage für nationale Cannabis-Regulierung
Ausführliche Antwort
Seit Mai 2021 erlaubt der revidierte Betäubungsmittelgesetz-Artikel 8a wissenschaftliche Pilotversuche mit Cannabis. Ziel ist es, Daten zu Konsumverhalten, Gesundheit, Schwarzmarkt-Verdrängung und Jugendschutz zu sammeln, bevor über eine landesweite Regulierung entschieden wird. Teilnehmen können nur volljährige Wohnsitz-Berechtigte der jeweiligen Stadt, die bereits Cannabis konsumieren. Die Abgabe erfolgt in bewilligten Apotheken, Social Clubs oder Fachgeschäften — nicht am Schwarzmarkt. Preise, THC-/CBD-Gehalte und Abgabemengen sind reguliert. Die wichtigsten laufenden Projekte: **Züri Can** (Zürich, 2 100 Teilnehmer:innen), **Weed Care** (Basel), **SCRIPT** (Bern, mit Apotheken), **Grashaus Projects** (Winterthur/Baden), **Cann-L** (Lausanne). Die ersten Zwischenergebnisse zeigen: kein Anstieg problematischen Konsums, hohe Zufriedenheit, geringere Nutzung des Schwarzmarkts.