Hilft Cannabis bei ADHS?

Die Evidenz ist begrenzt. Kleine Studien und viele Erfahrungsberichte zeigen subjektive Besserung bei Konzentration und Impulskontrolle. Kontrollierte grosse Studien fehlen. Cannabis ist keine zugelassene ADHS-Therapie und bei jungen Erwachsenen mit Vorsicht zu betrachten (Hirnentwicklung).

Kernfakten

  • Anekdotische & kleine Studien positiv
  • Keine grossen RCTs
  • Keine offizielle Zulassung
  • Standardtherapie zuerst

Ausführliche Antwort

Es gibt Hinweise (Cooper et al., LUMC-Studie), dass Cannabinoide via Dopamin- und Noradrenalin-System ADHS-Symptome mildern könnten. Berichte zeigen: Fokus, Ruhe, weniger Impulsivität — vor allem bei Erwachsenen mit ADHS. Aber: kleine Studien, keine RCTs bei Kindern/Jugendlichen. Risiken: bei früher Konsumaufnahme und ADHS gleichzeitig ist das Risiko für Cannabis-Konsumstörung erhöht. Standardtherapien (Methylphenidat, Verhaltenstherapie) haben bessere Evidenz. Bei Erwachsenen mit Therapieresistenz kann medizinisches Cannabis in der Schweiz durch Arzt geprüft werden.