Cannabis anbauen in der Schweiz — was legal ist

In der Schweiz sind Cannabis-Sorten unter 1 % THC (CBD-Hanf) für den Eigenanbau legal — mit einigen kantonalen Auflagen. Alles darüber ist strafbar. Der medizinische Selbstanbau ist theoretisch möglich, praktisch aber extrem selten.

CBD-Hanf (<1 % THC): legaler Eigenanbau, oft Meldung an Kanton nötig, keine Mengenbeschränkung für den Eigenkonsum. THC-Cannabis (>1 %): illegal, schon wenige Pflanzen gelten als «Anbau in erheblicher Menge» und können mehrjährige Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Medizinischer Selbstanbau: theoretisch mit Swissmedic-Ausnahmebewilligung möglich, in der Praxis fast nie erteilt. Legale Alternativen: CBD-Blüten kaufen, medizinisches Rezept, Pilotprojekt-Teilnahme.

CBD-Hanf (<1 % THC) anbauen — was erlaubt ist

Der Anbau von Cannabis-Sorten mit weniger als 1 % Gesamt-THC ist in der Schweiz grundsätzlich legal. Grundlage: BetmG Art. 8 Abs. 5 in Verbindung mit BetmVV-EDI Anhang 6. Für den privaten Eigenanbau gibt es keine Mengenbeschränkung.

Praxis: Einige Kantone (v. a. Landwirtschafts-Kantone) verlangen eine Meldung beim kantonalen Landwirtschaftsamt oder BLW, wenn mehr als «hobbymässig» angebaut wird (Faustregel: ab 10 Pflanzen oder ab Aussenflächen). Zertifizierte EU-Sortenkatalog-Genetik empfohlen (Finola, Futura 75 etc.) — bei Nicht-zertifizierten Sorten Labor-Zertifikat pro Charge.

THC-Cannabis anbauen — warum es schnell teuer wird

Der Anbau von THC-Cannabis (>1 %) ist nach BetmG Art. 19 strafbar. Schon eine einzige Indoor-Pflanze mit ~50 g Ertrag kann als «Herstellen von Betäubungsmitteln» geahndet werden — mit Bussgeld oder Freiheitsstrafe.

Ab etwa 4 kg reinem THC-Ertrag oder bei bandenmässigem Anbau gilt der «schwere Fall» (Art. 19 Abs. 2 BetmG) mit Strafen bis 20 Jahre. Grow-Boxen oder komplette Anlagen führen fast automatisch zu einer Anklage wegen «gewerbsmässigem» Anbau — auch wenn kein Verkauf beabsichtigt war.

Medizinischer Selbstanbau — die Ausnahme

Theoretisch kann Swissmedic nach Art. 8 Abs. 5 BetmG Ausnahmebewilligungen für den medizinischen Eigenanbau erteilen. In der Praxis werden diese fast nie ausgestellt — Voraussetzungen sind ärztliches Attest, dokumentierte therapieresistente Erkrankung, Nachweis dass Standard-Präparate nicht verfügbar oder wirksam sind.

Realistischer Weg: klassisches Cannabis-Rezept beim Arzt, Bezug in der Apotheke. Details in unserem Guide «Cannabis-Rezept Schweiz».

Legale Alternativen zum Eigenanbau

1) CBD-Blüten kaufen (fertig kultiviert, unter 1 % THC): ab 1–2 CHF/g im Grosshandel, 5–8 CHF/g im Retail.

2) Medizinisches Cannabis-Rezept (>1 % THC legal): 10–15 CHF/g in Apotheken, ärztliche Beratung nötig.

FAQ

Ist Cannabis-Eigenanbau in der Schweiz legal?

CBD-Hanf (<1 % THC): ja, mit kantonaler Meldung oberhalb Hobby-Menge. THC (>1 %): nein, strafbar.

Wie viele CBD-Pflanzen darf ich zu Hause anbauen?

Keine harte Grenze für den Eigenkonsum. Ab ~10 Pflanzen oder Aussenflächen: Meldung an Kanton empfohlen.

Was passiert, wenn meine CBD-Pflanze über 1 % THC kommt?

Rechtlich ein Betäubungsmittel — auch ohne Absicht. Daher jede neue Genetik testen lassen (80–150 CHF).

Kann ich medizinisches Cannabis selbst anbauen?

Theoretisch mit Swissmedic-Ausnahmebewilligung — in der Praxis fast nie erteilt.

Welche Strafe für einige THC-Pflanzen zu Hause?

Schon 1–3 Indoor-Pflanzen können als «Herstellen von Betäubungsmitteln» geahndet werden. Bussgeld oder Freiheitsstrafe, Beschlagnahmung der Anlage.

Cannabis anbauen Schweiz — Was 2026 legal ist