Cannabis am Steuer — Schweizer Nulltoleranz
Die Schweiz kennt eine Nulltoleranz für THC im Strassenverkehr. Der Grenzwert von 1,5 μg/L Vollblut ist so tief, dass selbst Konsum vor Tagen zum Ausweisentzug führen kann. CBD kann bei manchen Tests fälschlich positiv anschlagen.
Schweiz: 1,5 μg/L THC im Blut = fahruntüchtig (SVG Art. 55). Führerausweis wird für mindestens 3 Monate entzogen, Busse ~600–2'000 CHF, plus MPU-ähnliche Fahreignungs-Untersuchung. THC bleibt bei regelmässigen Konsumierenden 24–72 Stunden im Blut, gelegentlicher Konsum 6–24 Stunden. CBD ist rechtlich zulässig, aber Vorsicht: THC-Restwerte in CBD-Produkten können Bluttests auslösen — deshalb immer CoA prüfen.
Die Rechtslage — Nulltoleranz ist wörtlich zu nehmen
Seit 2005 gilt in der Schweiz für Cannabis (THC), Kokain, Heroin, Amphetamin und MDMA eine sogenannte Nulltoleranz: SVG Art. 55 Abs. 6 legt fest, dass diese Substanzen im Strassenverkehr generell zur Fahrunfähigkeit führen. Für THC wurde als Nachweisgrenze 1,5 μg/L Vollblut festgelegt (VBG Art. 34).
Zum Vergleich Deutschland: 3,5 ng/mL Serum seit August 2024. Die Schweiz ist damit deutlich strenger — de facto Nulltoleranz.
Was passiert bei einer Kontrolle
Ablauf: Verdachtsmoment (rote Augen, Geruch, Fahrverhalten) → Speichel-Schnelltest → bei positivem Resultat Blutentnahme. Nur der Blutwert ist rechtlich entscheidend.
Ergebnis positiv (≥1,5 μg/L THC): Warnung + Bussgeld ~600–2'000 CHF, Führerausweisentzug für mindestens 3 Monate (bei Wiederholung 6–12 Monate oder unbefristet), obligatorische verkehrsmedizinische Fahreignungs-Untersuchung.
Wie lange nach Konsum ist man fahruntüchtig?
Gelegentliche Konsumierende: THC im Blut typischerweise 6–24 Stunden nachweisbar. Regelmässige Konsumierende (täglich): 24–72 Stunden, in Extremfällen bis 30 Tage (langsame Fettspeicher-Freisetzung).
Praxistipp: nach einer Session mindestens 24 Stunden nicht fahren, bei regelmässigem Konsum mindestens 7 Tage. Der subjektive Eindruck «bin wieder klar» schützt nicht — der Bluttest sagt sonst.
CBD und Autofahren — die Grauzone
CBD selbst ist im Strassenverkehr rechtlich zulässig und wirkt nicht psychoaktiv. Problem: viele CBD-Produkte enthalten Rest-THC (bis 1 %). Wer 1–2 g CBD-Blüten konsumiert, kann durchaus über den 1,5 μg/L-Grenzwert kommen.
Sicher: Broad-Spectrum- oder Isolat-Produkte mit deklariert <0,1 % THC bevorzugen, CoA prüfen. Wer regelmässig CBD-Blüten mit ~0,8 % THC konsumiert, sollte Auto/Motorrad meiden oder eine 24–48 h-Karenz einhalten.
FAQ
Was ist der THC-Grenzwert am Steuer in der Schweiz?
1,5 μg/L (μg pro Liter) Vollblut. Der niedrigste Wert Europas — de facto Nulltoleranz.
Wie lange nach Cannabis-Konsum darf ich fahren?
Faustregel: gelegentlich 24 h, regelmässig 7 Tage. Der Bluttest kann bei Daily-Usern länger positiv sein.
Was passiert bei einem positiven Test?
Führerausweisentzug min. 3 Monate, Busse 600–2'000 CHF, obligatorische Fahreignungs-Untersuchung.
Wird CBD auch getestet?
Der Bluttest sucht nach THC. Aber CBD-Blüten mit Rest-THC (bis 1 %) können positiv anschlagen — daher Vorsicht mit Vollspektrum-Produkten vor dem Fahren.
Bin ich mit medizinischem Cannabis geschützt?
Nein. Selbst mit Rezept gilt der 1,5-μg/L-Grenzwert. Bei nachgewiesener medizinischer Indikation kann das Bussgeld entfallen, aber der Ausweisentzug bleibt.